Mittwoch, 4. Januar 2012

Der ZAD ist (wieder ein mal) brüskiert



Es geht um die Dokumentation Der kaukasische Knoten

Nagorny Karabach - ein Gebiet zweimal so groß wie das Saarland, das zu Sowjetzeiten zu Aserbeidschan gehörte, wurde 1994 von Armenien erobert. Nach 16 Jahren Waffenstillstand rüsten beide Staaten nun offenbar zu einem neuen Waffengang. Das reiche Aserbeidschan, unterstützt von der Türkei und Pakistan, will Nagorny Karabach zurückerobern. Das arme Armenien möchte dies mit Hilfe Russlands und mit massiver finanzieller Unterstützung der sieben Millionen Exil-Armenier, die in der ganzen Welt verstreut leben, verhindern.
An der Demarkationslinie liegen sich Tausende schwerbewaffnete Soldaten gegenüber, bereit, wieder übereinander herzufallen. Das ZDF-Team um Dietmar Schumann begleitete General Mowses Hakobjan, den Verteidigungsminister der so genannten "Republik Nagorny Karabach", die bisher von keinem anderen Staat der Welt anerkannt wurde, in die Schützengräben der vordersten Linie. Dietmar Schumann spricht mit Menschen, die bis heute unter den Kriegsfolgen leiden. Er trifft aber auch die, die von einem "Euro-Kaukasus" träumen - mit geöffneten Grenzen für Händler und Touristen: "Deutsche und Franzosen sind nach zwei Weltkriegen auch Freunde geworden. Warum soll das im Kaukasus nicht möglich sein?" 

Am 14. März 2008 verabschiedete die UN-Vollversammlung mit 39 gegen sieben Stimmen bei 100 Enthaltungen eine Resolution zum Konflikt um Bergkarabach, in der sie von Armenien einen „sofortigen und vollständigen Abzug der Truppen aus den besetzten aserbaidschanischen Gebieten“ fordert.

Mit einem offenen Brief versucht nun der Zentralrat der Armenier in Deutschland (ZAD) das ganze in einem anderen Licht erscheinen zu lassen. 

Dienstag, 3. Januar 2012

"Völkermord" dann auch an den Türken?

Wurde erst ende der 40er jahre von einem polnischem Wissenschaftler definiert und bezieht sich auch in erster Linie auf die Geschehnisse der Nationalsozialisten gegen die Juden.
Doch immer wieder werden kriegerische Ausseinandersetzungen schnell als Völkermord eingestuft.Es gibt sehr wohl Völkermord Szenarien seit Menschen gedenken, doch die Türkei wird immer wieder als einzige Nation der Erde des genozids beschuldigt, ohne das die Wissenschaftlichen Grundlagen zu einem Einstimmigen Urteil gekommen sind, dies ist Weltweit einzigartig. Solche Entscheide werden normalerweise von einer Internationalem Historikerkommision entschieden, doch Armenien weigert sich bis heute seine Archive der Menscheit zu öffnen.
Zudem werden die Massaker an die Türken welche ebenfalls an die 530'000 toten zählen nie erwähnt. Das Osmanische Reich wurde zudem ,dank der Eingliederung zehntausender armenischen Daschnaken in das Russische Herr buchstäblich zu Fall gebracht. Das Osmanische Reich kämpfte zu der Zeit an drei Fronten, westlich im Balkan, südlich gegen die Araber, gegen die übermacht aus dem Kaukasus konnten die Osmanen wenig entgegen setzen und somit waren die armenier buchstäblich am Untergang des Osmanischen Reiches beteiligt.Danach wurden Racheakte verübt und die meisten armenier deportiert! Doch sie wurden nicht in Vernichtungslager gebracht so wie das bei den Nazis der Fall war, nein man wollte sie nur aus dem Reich haben, hat sie dann unter grossen strapazen ausgeschafft.
Die Türkei ist heute bereit sich den Tatsachen zu stellen, auch wenn dies bedeutet den "Völkermord" anzuerkennen, unter der Bedingung das man der Türkei einen Prozess macht. Sogar die Nazis haben einen Prozess bekommen,wieso tut man sich im Falle der Türkei so schwer?

Ein Berühmter Historiker sagte einmal.

"Ein Historiker sucht zuerst nach Beweisen und bildet sich dann eine Meinung, ein Ideologe hingegen bildet sich zuerst eine Meinung und sucht nach Beweisen die seine Thesen unterstützen".

Erneut bleiben armenische Historiker fern

 Es hätte März 2006 eine Diskussionsplattform werden können, auf der armenische Historiker ihren türkischen Kollegen einmal richtig hätten zeigen können, wie das armenische Volk 1915 bis 1917 von türkischer Hand vernichtet wurde. Aber die meisten zogen es vor, fernzubleiben. Vier armenische Historiker, die die Genozidthese vertreten, waren zur dreitägigen Konferenz "Neue Ansätze in den türkisch-armenischen Beziehungen" in Istanbul eingeladen worden, lehnten aber ab. So waren nur drei Verfechter der Genozidthese auf der Konferenz zugegen, die von ihren Gegnern ausgerichtet worden war - jenen Historikern also, die in der Deportation der armenischen Bevölkerungen durch die osmanische Regierung keinen Genozid erblicken. Hilmar Kaiser, der israelische Historiker Yair Auron und Ara Sarafian vom Londoner Gomidas-Institut hörten sich an, was ihre Kollegen zu sagen hatten. Das Ergebnis war interessant: Sarafian sagte am Ende zu, gemeinsame Projekte mit den türkischen Historikern des TTK zu erwägen (einer Institution, die es sich zur Aufgabe gemacht hat, die Genozid-These zu entkräften).
Neue Forschungsergebnisse gab es vor allem von Yusuf Sarinay, der Dokumente präsentierte, wonach der osmanische Innenminister Talat Pascha ein strenges Vorgehen anordnete, um die deportierten Armenier vor Übergriffen zu schützen, und auch persönlich die Todesurteile von 1643 türkischen Offizieren, Soldaten und Funktionären unterzeichnete, die sich an Deportierten vergriffen hatten. Daß es solche Hinrichtungen gab, war schon früher klar gewesen, neu war die persönliche Rolle Talat Paschas, der auf armenischer Seite als erbarmungsloser Armenier-Hasser und Architekt des "Genozids" gilt.
Der deutsch-türkische Historiker Cem Özgönül präsentierte ein bemerkenswertes Debüt. Als erster türkischer Historiker überhaupt hat Özgönül die deutschen Dokumente des Auswärtigen Amtes unter die Lupe genommen und sie mit den Versionen verglichen, die (im Auftrag der Reichsregierung) 1919 vom protestantischen Armenier-Aktivisten Johannes Lepsius veröffentlicht wurden. In "Der Mythos eines Völkermordes" (Önel-Verlag, 2006) vertritt Özgönül die These, daß Lepsius die Dokumente systematisch und massiv manipulierte, um übertriebene Dimensionen der armenischen Tragödie zu suggerieren (Opferzahlen), deren Ursache (armenische Freischärler) zu verharmlosen und der osmanischen Führung rassistische Motive zu unterstellen. Letztlich sei es Lepsius, so Özgönül, um eine armenische Abspaltung vom osmanischen Reich gegangen. Özgönül meint, daß die Manipulationen nur zum Teil dazu dienten, eine deutsche Mitschuld abzustreiten, sondern daß Lepsius unabhängig vom Außenministerium proarmenische Ziele verfolgte.
Wenn diese Ausführungen stimmen, dann ist die wichtigste dokumentarische Grundlage der Vertreter der Genozid-These erschüttert. Ein anderes Standbein, die sogenannten Andonian-Dokumente, erwiesen sich schon vor mehr als 20 Jahren als Fälschung.
Hilmar Kaiser, ein namhafter Genozid-Verfechter, hörte sich Özgönüls Ausführungen an, brachte aber keinerlei Einwände oder Kritik vor. Es wird interessant sein, diesen Aspekt der Diskussion in den nächsten Monaten zu verfolgen. Sollte Özgönüls Werk tatsächlich kritischer Prüfung standhalten, könnte es durchaus eine Trendwende in der Debatte über den Genozid an den Armeniern herbeiführen.
Einen Völkermord wird man in der Debatte immer behaupten können. Damals gab es den juristischen Begriff zwar nicht, aber gemäß der UN-Definitionen sind die Geschehnisse unschwer als Völkermord einzuordnen. Türkische Historiker sagen aber, daß es keine Vernichtungsabsicht gab, daß die Opferzahlen auf armenischer Seite (durch Krankheit, Hunger und Übergriffe) nicht höher waren als die Zahl der Opfer auf türkischer Seite durch Krankheiten, Hunger und armenische Übergriffe, und daß es mithin keine "Singularität" des armenischen Leids gab - ja, daß man den armenischen Aufständischen ähnliche Vorwürfe machen kann wie den Osmanen, nämlich Massaker an Zivilisten und systematische Vertreibungen in jenen Gebieten, wo sie zeitweise die Macht hatten. Vielleicht kommen die armenischen Historiker ja nächstes Mal doch, um ihren Standpunkt zu vertreten.

Armenische Diaspora wegen Manipulation in der Kritik

ANCA Plakataktion mit Manipulation
Der US-amerikanische armenische Diaspora-Verband ANCA steht immer mehr in der Kritik, diesmal auch durch die Diaspora in Frankreich
Auslöser der Kritik ist ein Bild, in der US-Präsident Barrack Obama abgebildet ist. Im Hintergrund ein 
Bildausschnitt, das angebliche armenische Opfer der Vorfälle von 1915 im Osmanischen Reich verdeutlichen soll. Mit dem Bild das in einer Serie von großangelegten Kampagnen der ANCA 2 (National Commitee of America) immer wieder Verwendung fand, sollte Druck auf den US-Präsidenten und dem US-Senat ausgeübt werden, damit die US-Regierung den sogenannten Völkermord anerkennt. Jetzt steht die ANCA selbst in der Kritik und diesmal nicht nur durch Türken, die diese Bildverfälschung bekannt gemacht hatten, sondern auch durch die Diaspora-Armenier in Frankreich.
n einem Artikel von Stéphane Barkarian in der Internetseite von "Collectif des Démocrates Arméniens d’Europe" 3 wird die Plakatkampagne als eine eindeutige Manipulation gedeutet (siehe auch einen weiteren Artikel 4). Das Problem darin sei, dass die ANCA ein Hintergrundbild verwende und diese als "armenische Opfer der türkischen Barberei" darstelle. Das Bild datiere aber eindeutig auf den 25. April 1918, bei der türkische Frauen und Kinder von Armeniern im Osmanischen Reich getötet worden seien (wir berichteten hier). Das Bild habe die ANCA bereits im November 2010 5aus Anlass des Besuchs von Ministerpräsident Erdogan in den USA, in einem Plakat verwendet, um ihre Kritik über den Besuch deutlich zu machen und auch das US-Repräsentantenhaus in diesem Zuge unter Druck zu setzen.
Im Facebook-Account der ANCA hätten sich dazu Kritiker geäussert. Die ANCA-Administration (der Präsident der ANCA Aram Suren Hamparian) habe sich aber lediglich mit dem löschen der Kommentare begnügt 6 7. Für Stéphane Barkarian ist diese Art des politischen Kampfes kontraproduktiv, da es die Sache an sich diskreditiere. Das Ziel, den "Völkermord" politisch anerkennen zu lassen, könne mit groben Manipulationen nicht erreicht werden. Die ANCA die auch durch die ARF (Armenische Revolutionäre Föderation - 1890 in Georgien gegründete armenische politische Partei) 8 ein Sprachrohr sei, habe im laufe seiner Geschichte immer rassistischere Züge offenbart und antisemitische Äusserungen getroffen. Sie zeige immer deutlicher, wie der wachsende Hass auch die Arbeit der Diaspora torpediere. Die wirklichen Verlierer seien wieder einmal die Armenier.
Das besagte Bild im Hintergrund der Plakate, das als erstes von einem Blog "Armenian Genocide Resource Center" auf den Plakat von 2010 9 entdeckt und publik gemacht wurde, fand auch in der neuerlichen Kampagne der ANCA Verwendung. Einer der Blog-Betreiber hatte dann im Facebook-Account der ANCA, den "Irrtum" angesprochen, woraufhin der Hinweis kommentarlos gelöscht wurde. Mehrere Versuche des Blogbetreibers, eine Antwort zu den Vorwürfen zu erhalten, die Herkunft des Bildes nachzuweisen, wurden abgewürgt. Der Blogbetreiber hatte mehrmals darauf hingewiesen, dass das Bild aus dem Archiv des türkischen Generalstabs stammt und das Massaker an Türken zeigt, die vor 1915 von armenischen Banden ermordet wurden. Das "Armenian Genocide Resource Center" hatte bereits in der Vergangenheit mehrere Manipulationen aufgezeigt, die durch die ANCA immer wieder in Umlauf gebracht wurden.
Bereits letztes Jahr fiel die ANCA bei einer Demonstration in den USA auf, als diese Fake-Fotos von angeblich getöteten Armeniern benutzten.


Eine objektive Geschichtsaufarbeitung ist unmöglich


Armenien und die Türkei wollen eine Historikerkommission zu den Massakern 1915-1917 berufen. Exil-Armenier laufen dagegen Sturm
Am 10. Oktober unterzeichneten Armenien und die Türkei zwei Vereinbarungen zur Normalisierung ihrer Beziehungen. Das Ergebnis ist ein Aufschrei des Entsetzens in der armenischen Diaspora. Weltweit demonstrieren und protestieren Armenier, nicht so sehr, weil die Grenzen geöffnet werden sollen, was nur gut sein kann für Armeniens Wirtschaft, und auch nicht, weil beide Länder Botschafter austauschen wollen. Was die Diaspora mit Abscheu erfüllt, ist ein Detail, das in westlichen Medien bislang kaum zur Sprache kam: Eine internationale Historikerkommission soll die Wahrheit über den Genozid an der armenischen Bevölkerung des Osmanischen Reiches 1915-17 untersuchen.
Damit wird eine jahrelange Strategie der Diaspora torpediert, genau das zu verhindern. Überall auf der Welt wurden und werden Regierungen und Parlamente von armenischen Organisationen aufgefordert, den Völkermord per Mehrheitsabstimmung zur verbindlichen historischen Wahrheit zu erklären, und dessen Leugnung unter Strafe zu stellen. Das Osmanische Reich hat den ersten Holocaust der Geschichte an einem wehrlosen und unschuldigen Volk begangen, Hitler hat sich davon inspirieren lassen, als er die Juden Europas ausrottete, 1,5 Millionen Armenier starben, und es war die erklärte Absicht der Osmanen, die Armenier als Volk zu vernichten. So lauten die Eckpunkte dessen, was nach dem Willen der Auslandsarmenier niemand anzweifeln darf, und wenn jemand es doch tut, dann soll er ins Gefängnis.
Und plötzlich scheint Armenien selbst einzuräumen, dass vielleicht noch nicht das letzte Wort gesagt ist über das, was damals passierte, dass es noch viel zu erforschen gibt, und dass eine Historikerkommission vonnöten ist, um endgültig Klarheit zu schaffen. Welches Parlament wird nun noch Erklärungen zu einem Völkermord abgeben wollen, bevor die Kommission in Jahren vielleicht zu einem abschließenden Urteil gelangt ist?
Dass die oben skizzierte Genozidthese überprüft werden soll, das ist es, was die Diaspora empört. Warum? Weil der Völkermord nicht nur Geschichte ist, sondern auch Identität stiftender Mythos. Sollte die Kommission neue Wahrheiten zu Tage fördern, so geht es nicht nur um staubige Gelehrtenmeinungen, sondern um das sehr lebendige und oft schmerzhafte Ich-Gefühl vieler Exil-Armenier.
Es kann natürlich sein, dass die Historiker am Ende das, was von mehreren Volksvertretungen bereits als Wahrheit dekretiert wurde, tatsächlich für wahr befindet. Was gibt es überhaupt zu bezweifeln?
Zunächst die Zahl der Opfer. Nach Auffassung des Historikers Hikmet Özdemir, der in der Genozidfrage die türkische Regierung berät, kamen damals nicht 1,5 Millionen, sondern rund 350 000 Armenier ums Leben, und es starben mehr Türken als Armenier. "Ich persönlich verbeuge mich vor allen armenischen Opfern", sagte er in einem Gespräch mit der WELT. "Wir dürfen aber nicht vergessen, dass allein 1915 mehr als 102 000 Türken von Armeniern getötet wurden, und insgesamt 570 000 Türken von armenischer Hand starben." Özdemir betont, dass Krieg herrschte und armenische Freischärler mit den Russen gegen die Osmanen kämpften. Die Entscheidung, die armenische Bevölkerung der Region komplett zu deportieren, betrachtet er als eine Art Anti-Guerilla-Maßnahme, die hohen Opferzahlen erklärt er mit den widrigen Umständen der Zeit. Krankheiten und Hunger, so sagt er, rafften in jenen Jahren selbst in der türkischen Armee unzählige Menschen dahin. Der Historiker Günter Lewy geht in einer neueren Studie von rund 640 000 armenischen Todesopfern aus.
Was die Vernichtungsabsicht betrifft, der Kern des Genozid-Vorwurfs, so sagte der britische Historiker Norman Stone der WELT, dass es ein wenig so ist, "als wenn man sagt: ,Hitler wollte die Juden töten, aber er ließ jene von Berlin, Frankfurt und Köln in Ruhe'. Das Entscheidende ist natürlich, dass die Osmanen die Armenier in Aleppo oder Istanbul nicht angerührt haben." Die Deportationen erfolgten in den Gebieten, in denen eine militärische Gefahr drohte.
Türkische Historiker verweisen darauf, dass den Deportationen Angriffe armenischer Freischärler vorangegangen seien, die auf osmanischem Boden einen eigenen Staat errichten wollten, und dass die Tragödie nicht entstanden wäre ohne dieses Element eines aggressiven armenischen Nationalismus'.
Armenische Historiker begegnen solchen Argumenten meist, indem sie sie mit Verachtung strafen. Standardreplik ist, dass Zweifler ("Leugner" im Jargon der Diaspora) "im Solde der Türkei" stehen, oder dass Historiker wie der prominente britische Islamwissenschaftler Bernard Lewis, der die Genozid-These ablehnt, jüdisch seien und nur den Holocaust am eigenen Volk als Völkermord anerkennen wollten.
Stone, der in Ankara lehrt, hält die geplante Kommission für überfällig. "Zum Holocaust gab es die Nürnberger Prozesse", sagt er. "Die Frage des armenischen Genozids hat nie ein ordentliches Gericht erreicht, wo die Beweise gesichtet und bewertet worden wären. Als Juristen sich mit der Materie befassen, zur Zeit der britischen Okkupation Istanbuls 1919 bis 1922, hatten die Briten die osmanischen Archive zur Verfügung gestellt, sie konnten verhören, wen sie wollten, und haben nie irgendwelche Beweise für einen Völkermord gefunden. Als sie gebeten wurden, mehrere Dutzend Türken, die als potenzielle Kriegsverbrecher auf Malta gefangen gehalten wurden, wegen Genozids anzuklagen, sagten sie unter größtem Bedauern: Sorry, wir finden keine Beweise gegen diese Leute. Sie fragten die Amerikaner, und die Amerikaner sagten, wir haben auch keine Beweise."
Noch ist nicht klar, wie die Kommission aussehen soll und wie der genaue Auftrag lauten wird. Die Idee kommt von der türkischen Seite, und es ist ein beträchtlicher Erfolg der türkischen Außenpolitik, dass Armenien in deren Bestellung einwilligt. Hikmet Özdemir, der als Mitgestalter von Ankaras Politik in dieser Angelegenheit eine Rolle spielt, wünscht sich eine Art Historiker-Tribunal: "Wir fordern eine offene, internationale Diskussion dieser Frage. Wir haben unsere Archive geöffnet. Wir fordern alle anderen Beteiligten auf, auch ihre Dokumente auf den Tisch zu legen. Und wenn dabei herauskommt, dass es einen Genozid gab, werden wir das akzeptieren."

Leichen im französischen Keller…


Denn vom Gesetzgeber als „Völkermord“ anerkannt sind in Frankreich der Judenmord im nationalsozialistisch beherrschten Europa – dessen Leugnung, die so genannte „Auschwitzlüge“, fällt ohnehin seit 1990 unter das Strafgesetz gegen Rassismus und Antisemitismus – und seit einem „Erinnerungsgesetz“ vom Januar 2001 eben auch der Armenier-Genozid. Andere Völkermordhandlungen, wie jene an den Herero im damaligen „Deutsch-Südwestafrika“ und späteren Namibia (1904-08), sind nicht Gegenstand französischer Gesetze.
Nicht unter Strafe steht bisher auch das Abstreiten des jüngsten, durch die UN anerkannten Völkermords in der Geschichte. Es handelt sich um jenen an den Tutsi in Rwanda, dem von April bis Juni 1994 knapp eine Million Menschen zum Opfer fielen.
Frankreich – nicht die Bevölkerung, aber Armee und Staatsführung – waren tief in ihn verwickelt. Die damalige Führung unter Präsident François Mitterrand betrachtete damals die Staatsspitze in dem französischsprachigen afrikanischen Staats als Verbündeten bei der Erhaltung der post- und neokolonialen Einflusssphäre Frankreichs in Afrika. Der Völkermord begann mit einem Putsch von ethno-extremistischen Militärs aus der Hutu-Mehrheitsbevölkerung, die nach dem ungeklärten Tod von Präsident Juvénal Habyarimana in der Nacht vom 6. zum 7. April 1994 die Macht ergriffen und die amtierende Premierministerin ermordeten. Die auf eine „Endlösung“ für die Tutsi hinarbeitenden Hutu-Extremisten unter dem Offizier Théoneste Bagosora bildeten eine Regierung – und zwar in den Räumen der französischen Botschaft in Kigali. Das offizielle Frankreich deckte sie bis zuletzt. Führende französische Politiker, unter ihnen Ex-Premierminister Dominique de Villepin (2005-07), leugneten lange Jahre die Existenz eines Vernichtungsversuchs von Hutu an Tutsi. Oder sprachen davon, dass es „einen Völkermord auf beiden Seiten“ gegeben habe, Täter und Opfer also unklar seien. Und führende Leugner des Völkermords aus Rwanda selbst, unter ihnen Präsidentenwitwe Agathe Habyarimana, leben nach wie vor unbehelligt auf dem Gebiet des ehemaligen Verbündeten in Frankreich. Allerdings hat Präsident Nicolas Sarkozy als allererster französischer Spitzenpolitiker im Februar 2009 in Rwanda eine negative Verstrickung seines Landes eingeräumt – um eine politische Zeitbombe zu entschärfen. Er sprach von „großer Verblendung“ der französischen Entscheidungsträger, welche für die Massenmörder Partei ergriffen hatten. Von Schuld zu sprechen, lehnte er jedoch ebenso ab, wie im Namen Frankreichs um Pardon zu bitten.
Französische Spitzenpolitiker hätten also mehr als allen Grund, sich zuallererst an die eigene Nase zu fassen. 


Sonntag, 1. Januar 2012

Wer ist Ara Sarafian?

Ara Sarafian, armenischstämmiger Direktor des Londoner Gomidas Instituts, war einer der teilnehmenden Genozidverfechter am Istanbuler Symposium mit dem Titel „Neue Ansätze in den türkisch-armenischen Beziehungen“ im März 2006, bei dem er einen Vortrag zum Blauen Buch, das von Arnold J. Toynbee und James Bryce verfasst worden ist und die britische Hauptquelle zu den Vorgängen darstellt, und den Massakern in Harput aus den Berichten des amerikanischen Konsuls Leslie Davis hielt.

 Das „Blue Book“ von Toynbee und Bryce, und die Andonian-Dokumente als Fälschung betrachtet.

Ara  Sarafian verbreitet unter Vorsatz weiterhin über das Gomidas Instituts gefälschte Dokumente und Behauptungen.

 Am 20. Februar 2007 legte das Gomidas Institut einen ersten Projektvorschlag vor, auf den die TTK positiv antwortete.


Das erste türkisch-armenische Projekt zur für beide Seiten ergebnisoffenen Völkermorduntersuchung sollte die von Sarafian vorgeschlagene Fallstudie zu den Ereignissen in Harput sein. Harput heute Elazığ gilt als einer der Hauptorte, an denen Massaker an Armeniern stattgefunden haben. Sarafian schlug Harput als Untersuchungsobjekt vor, da über diesen Ort genügend Archivmaterial außerhalb der Türkei existiert und Harput im Gegensatz zuErzurum oder Van in weniger komplexe Kriegsereignisse wie z.B. russischer Besetzung eingebettet war. Die Zusammenarbeit zwischen der TTK und dem Gomidas Institut hatte den Vergleich zwischen ausländischem und osmanischem Archivmaterial zum Gegenstand. Ziel sollte die Ermittlung sein, inwiefern beide Ressourcen übereinstimmen und inwiefern sie sich widersprechen, ob beide Quellen Vorzüge haben oder beide Quellen fehlerhaft sind. Angestrebt war eine Reihe weiterer Fallstudien.


Es kam allerdings nicht zur gemeinsamen Untersuchung. Schon am 7. März 2007 sagte das Gomidas Institut den Plan ab. Der Druck der armenischen Diaspora auf Ara Sarafian wurde zu groß. 


Die türkisch-armenische Zeitung Agos hatte berichtet, dass die armenische Diaspora sehr verärgert über Sarafians Vorhaben sei.


Quelle