Sonntag, 15. Januar 2012

West Armenien


Das armenische Parlament schwörte in seinem Unabhängigkeitsbeschluss vom 23. September 1991 "seine Treue an die Unabhängigkeitserklärung Armeniens". In der im Jahre 1995 verabschiedeten armenischen Verfassung heißt es, "Armenien werde sich an die nationalen Ziele in der armenischen Unabhängigkeitserklärung halten." So wurde das geheime Ziel über die Anerkennung des Völkermordes, sowie über Bodenanspruch in West Armenien, also im Osten der Türkei, entlüftet und als ein in der Verfassung verankerter Artikel der ganzen Welt offiziell verlautbart. Außer der Verfassung wird auch auf Landkarten betreffend propagiert.


"Weltweit können heute die Armenier am stärksten ihre eigene Identität in der Türkei wahren. Der Armenier im Ausland, in der Diaspora tritt in den Kampf, in dem er seinen Namen ändert. Denn dort versucht man, mit einer anderen Kultur, die Kultur dieser Menschen zu unterdrücken. Die Armenier in der Diaspora, die heute gegen die Türkei sprechen, wissen all zu gut, dass in bestimmten Kirchen in Amerika die Predigten nur in englischer Sprache abgehalten werden können. Die Armenier verlernen ihre Muttersprache. Und wenn man das sagt, dann heißt es, man sei böser Mensch. Aus diesem Grund bringen wir als armenische Bürger in der Türkei unser Bedauern zur Sprache. Und warum? Weil dem, von Atatürk uns anvertrauten Geist der Kuvay-i Milliye (nationale Streitkräfte im nationalen Befreiungskampf der Türkei) Unrecht getan wird. Das ist alles ein Spiel der im Ausland lebenden Gegner der Türkei. Die PKK, die ASALA, diese Resolution, all dies sind ein Spiel von ihnen. Wir, die in der Türkei lebenden Bürger glauben, dass ungerecht gehandelt wird. Falls die Armenier klug sind, sollten sie sich nicht als Mittel ausnutzen lassen." (20)


Die Armenische Republik, die nach dem Zerfall der ehemaligen Sowjetunion, am 23. September 1991 seine Unabhängigkeit ausrief, hat die Behauptungen über angeblichen Völkermord der Türken an Armeniern zu einer Staatspolitik gemacht. Mit dem Image eines ungerecht und grausam behandelten Volkes versuchen Armenier bestimmte Länder, vor allem die USA und Frankreich sowie internationale Institutionen, für ihre Sache zu gewinnen.


Sie verfolgen die Politik, durch Annahme und Zustimmung der Behauptungen über Völkermord an Armeniern, eine hohe Summe an Entschädigung von der Türkei einzukassieren und durch die Abtretung der angeblichen armenischen Territorien innerhalb der Landesgrenzen der Türkei an "West Armenien", ihren Traum über "Groß Armenien" zu erfüllen. So hieß es in einer, am 23. August 1990 im armenischen Parlament verabschiedeter Resolution, "die armenische Republik unterstützt die Bemühungen um die internationale Anerkennung des Völkermordes von 1915 in der osmanischen Türkei und in West Armenien."



Die türkisch-armenischen Beziehungen verliefen während der Ter-Petrosian Führung in einer relativ positiveren Atmosphäre. Nach der Machtübernahme Kotscharians allerdings im April 1998 ließ man den extrem nationalistischen Bewegungen freien Lauf und die armenische Politik gegen die Türkei folgte harten Richtlinien. In einer offiziellen Erklärung sagte Kotscharian "sie würden den Völkermord niemals vergessen. Sie seien gezwungen die Weltöffentlichkeit ständig an diese Tragödie zu erinnern. Der Völkermord sei unbestraft geblieben und die internationale Anerkennung und Verurteilung entspreche nicht den Stand, den die Sache eigentlich verdiene". Der armenische Staatspräsident wiederholte seine Behauptungen bei der 53. Vollversammlung der Vereinten Nationen und vertrat die Meinung, Armenien sei von der Türkei und Aserbaidschan umzingelt.

Die beste Antwort für diejenigen, wie Kotscharian, gibt die armenische Gemeinde in der Türkei. Der Präsident der armenischen Kirche in Kandilli, Dikran Kevorkan, sagte während des TV-Programms Ceviz Kabugu, das am 7. Oktober 2000 ausgestrahlt wurde, folgendes über den Völkermord und über die Umsiedlung:

"Völkermord und Umsiedlung (ein Teil der Bevölkerung anderswo ansiedeln, ansässig machen) haben andere Bedeutungen. Die Spiele der Imperialisten, die apolitischen Gedankenführer (Medien, Kirchen, Geistliche) der armenischen Verwalter, haben zu all diesen Vorfällen geführt. Der Patriarch ist ein geistlicher Führer. Es ist ein Fehler, den Patriarchen in politischen Themen nach seiner Meinung zu fragen. Was hätten die ASALA und die PKK tun können, wenn die imperialistischen Mächte nicht hinter ihnen gestanden hätten? Bei der Umsiedlungssache gab es den Druck Deutschlands auf Ýstanbul. Deutschland wollte die ansässige Ordnung stören und seine wirtschaftlichen Interessen über die Eisenbahnverbindung nach Bagdad verfolgen." (9)

Über die Assimilationsbehauptungen sagte Kevorkan folgendes:


Der Patriarch der Armenier in der Türkei, Mesrob II., sagte während einer Rezeption am 22. Mai 1999 im Hilton- Hotel in Istanbul folgendes gegen die Behauptungen der Armenier:

"Die Gründung des armenischen Patriarchats in Istanbul ist ein historisch beispielloser Vorfall. Die Umwandlung des armenischen Bistums in Westanatolien, im Jahre 1461, also acht Jahre nach der Eroberung Istanbuls, durch einen Ferman von Fatih Sultan Mehmet, in das Istanbuler Patriarchat, ist ein offenes Beispiel der Vision Fatihs, sowie der osmanischen Sultane, sowie ihrer Toleranz zu anderen Religionen.

Im Laufe der Geschichte hat es weder vor noch nach Fatih einen Herrscher gegeben, der einem Glauben angehörte und für die Gläubigen einer anderen Religion ein Amt für den höchsten Geistlichen einrichtete. Falls wir zu Beginn des Millenniums die weltweiten Spannungen und besonders die Kriegsatmosphäre in unserer Umgebung in Acht nehmen sollten, können wir den Wert dieses Vorfalls vor 538 Jahren, die Bedeutung der Toleranz zwischen Religionen und Kulturen besser begreifen.

Mit Dank gedenken wir an Fatih Sultan Mehmet, der das Leben der armenischen Bevölkerung innerhalb der osmanischen Grenzen nach den Traditionen und Bräuchen dieser Bevölkerung gestaltete, an alle Staatsmänner, die die gleiche Linie von Fatih verfolgt haben, sowie an unsere 83 Patriarchen, die beginnend vom Hovagim aus Bursa, im Jahre 1461, an der Spitze des armenischen Patriarchats in Istanbul gestanden haben.

Wir, die in der Türkei lebenden Armenier, glauben als größte christliche Gemeinde in unserem Land, an die glänzende Zukunft der Türkischen Republik, deren 75. Bestehungsjahr wir feiern und blicken mit Hoffnung auf die Zukunft." (21)